Baumblütenfest 2017

- zuletzt geändert am 28.Mai 2017
Hoher Weg in Werder, Baumblüte 2017

Hoher Weg in Werder, Baumblüte 2017 (Foto: Anja)

Christian hatte mich gebeten, einen kleinen Blogbeitrag zu unserem Besuch des Baumblütenfestes zu schreiben, und dann will ich das auch mal tun, allerdings lungert der Entwurf des Artikels bereits zwei Wochen auf dem Rechner. Hilfe, wie die Zeit vergeht.

Wir wohnen ja nah genug an der Festmeile, so dass wir es nicht ignorieren konnten, und so war es an der Zeit, mein Trauma aus den 90ern abzuarbeiten (Messerstechereien, bereits am Nachmittag haben Leute mit den Mülleimern gesprochen etc.).

Wegen der Baumblüte wollte ich nie nach Werder ziehen, aber da unser Garten hier ist und wir wegen der Bauarbeiten in Potsdam und auf dem Ring nicht mehr so ewig lang unterwegs sein wollten, hatten wir uns schon vor 3 Jahren überlegt, endlich umzuziehen. Nach jahrelang erfolgloser Wohnungssuche in Potsdam-West, wo jeder hin will, weil das auch trendy wie Prenzlauer Berg ist, hatten wir dann letzten Sommer ja ganz schnell eine Nische gefunden, aber das Schicksal führte uns nach … Werder! Wir fühlen uns hier sehr wohl, und die sogenannten Soft Skills sind alle übererfüllt, aber nun ist Mai. Präventiv hatte ich die ganze Woche Urlaub genommen, denn wer weiß, wie das mit dem Nachtschlaf ist.

Es war also soweit, unsere erste Baumblüte als Werderaner. Freunde und Familie waren recht zögerlich mit Besuchen, denn uns allen sind die Heimfahrten mit den Öffentlichen von damals und die anderen Sachen recht präsent. Aber wir beide mussten ja auch nicht auf das Dixie gehen, da wir schnell zu Hause waren , und wir mussten auch nicht mit Bus und Zug fahren…, also stürzten wir ins Getümmel. Und so konnte ich allerlei leckere Weine kosten (den Kollegen hatte ich wegen meines Geburtstages dann auch was mitgebracht).

Samstag: Wir wohnen an der Straßensperre zur Innenstadt, und den Panzer der Polizei sehen wir vom Badfenster aus. Der Festumzug geht vor der Haustür lang. Christian verschläft ihn, und ich schaue ihn mir mit unseren Nachbarn und ihren Freunden an. Am Nachmittag wollen wir etwas Süßes schnabbeln, also gehen wir zu den Ständen Unter den Linden, an die Havel, aber nicht auf die Insel, da uns das zu voll ist und Christian mit dem Fuß auch keine große Motivation hat, sich durch das Getümmel zu schieben. Wir trinken noch ein Bier im Colonial Café bei guter Musik und gehen dann nach Hause. Der Abend ist gemütlich, wir gucken noch einen Adam Sandlers Film, freuen uns über die guten Seiten der wilden 90er und schlafen gut.

Sonntag: Heute Morgen sieht man keinen Becher mehr auf der Straße, danke an die Stadtreinigung. Dieses Mal verbringen wir gleich vier Stunden auf der Baumblüte. Dieses Mal führt uns unser Gefühl den Hohen Weg hoch und runter, wo es bezaubernde Obstgärten und viele kleine Stände gibt. Wir essen eine Grillwurst bei Lindicke im Stadtgarten, und dann ist es soweit, wir wagen uns an den ersten Obstwein. Es gibt so interessante Sorten, und da ist einiges dabei, was interssant klingt. Wir trinken den ersten bei ?,  da gab es sehr interessante Sorten – Erdbeer-Holunderblüte für mich (sehr lecker, bisher mein Favorit!) und Löwenzahn für Christian (säuerlich-erfrischend, was leichtes). Weiter geht es, an einem kleinen Stand trinken wir einen zweiten Wein, ich nehme Quitte (etwas süß aber sehr süffig), Christian wählt Aprikose und verfolgt damit seine fruchtig-säuerliche Linie. So langsam fühle ich mich doch etwas angetütert, also brauchen wir eine Pause. In einem privaten Garten kehren wir ein zu Kaffee und Kuchen, sitzen am Teich und genießen das schöne Leben. Ich habe aber noch den Rechercheauftrag meiner Schwester, Himbeerwein zu kosten, also teste ich den von Tonis (sehr fruchtig, lecker, aber etwas schwerer als seine Vorgänger), und Christian überrede ich, Robinienblütenwein bei Andrés Weine zu trinken. Hat was von Met, aber prickelnder, das ist bisher Christians Favorit. Wir entdecken noch kleine feine Stände, unter anderem einen kleinen Töpferladen, aber ich habe ja schon so viel zu Hause. Erstaunlicherweise haben wir keinen Kopf von den Weinen. 😀

Montag. Der 1. Mai. Wir müssen mal in den Garten, aber bei dem Sturm macht das keinen Spaß. Um die Ecke ist der Obsthof Glindow, da fahren wir schnell rüber, denn dort kann man auch einkehren. Leider hatte der Wind gerade das Festzelt zerstört, so dass wir schnell den anderen Gästen und den Betreibern mitgeholfen hatten, das abzubauen. Zum Dank gibt es unseren Kuchen, den Kaffee und meinen Wein aufs Haus, dafür vielen Dank! Der Hollerblütenwein vom Obsthof ist auch sehr zu empfehlen, ich habe mir für den Abend eine Flasche gekauft. Gekostet habe ich auch noch Birne und trockenen Erdbeerwein, aber das war beides nicht so mein Fall. Ich habe doch einen süßen Zahn, dabei trinke ich sonst nur trockene Weine. Bei dem Wind haben wir keine Lust mehr auf Baumblüte, dafür mache ich dann Hausputz. Muss ja auch mal ein :P.

Dienstag: Es ist mein Geburtstag, und meine Eltern besuchen uns. Es regnet, also gehen wir nicht auf das Fest sondern gemütlich essen. Meine Eltern retten diesen tristen Tag

Mittwoch kostet der Rummel nur die Hälfte. Eigentlich wollte ich doch nur auf das Kettenkarussell, wieso sitzen wir dann im Riesenrad? Hilfe. 😀 Die anderen hohen Teile auf dem Rummel sparen wir uns. Das geht nicht. Als Belohnung gibts dann erstmal einen Wein beim Stand von Familie Rzegotta, Heidelbeer für mich (sehr lecker), Rharbarber für Christian. Wir durften auch mal Möhrenwein und Hagebuttenwein kosten. Danach schlendern wir zur Havel, kehren im Obsthof Wache ein (trockener Erdbeerwein, Kaffee und Kuchen), dann weiter zur Arielle. Es ist so schön, am Wasser zu sitzen, auch wenn der Wind recht frisch ist. Nach einem Spaziergang um die Insel setzen wir uns noch an den Markt, ich habe einen Pfingstrosenwein von Toni’s Weine (die Genussüberraschung schlechthin), dort durfte ich auch noch Fliederblüte kosten, was aber nicht so ganz meines war. Und wir haben auf dem Hinweg Blessrallenkindern beim Schlüpfen zugesehen, hach…. <3

Sonntag: Heute ist der letzte Tag Baumblütenfest. Die Obsttour reizt mich, denn seit 5 Jahren wundere ich mich über die Busse, die rings um unseren Garten herum fahren. Mich interessiert ja, ob man auf der Wiese beim Sonnen gesehen werden kann, haha. Also einmal rund um unseren Garten herum gefahren werden und die Obsthöfe besuchen ist der Plan für heute. 😀 Diese starten allerdings am Bahnhof, aber da ist gegen 12:30 Uhr glücklicherweise alles ruhig. Dort trinken wir einen kleinen Becher vom Obsthof Ernst (Sauerkirsche, lecker, und Rharbarber), dann geht es 13 Uhr los. Wir kehren als erstes bei Lapparosa in Bliesendorf ein, da wir die beiden ersten Stationen schon kennen (Obsthof Kriese und Schultzen’s Siedlerhof). Es ist herrlich, dort im Garten zu sitzen. Danach geht es zu Obsthof Deutscher, das ist auch sehr idyllisch. Christian genießt einen Holunderblütenwein (einer unserer Favoriten), ich rote Johannisbeere. Dann steigen wir in die andere Linie um und fahren auf den Telegrafenberg zu Giese. Den sehen wir schließlich immer vom Garten. Das ist alles sehr kuschlig und sehr nett, und wow, unser Garten liegt soooo idyllisch. Nächstes Jahr machen wir dann mal mit der Familie die gesamte Tour. 😀 Meine heutige Überraschung ist der Grüne Pfirsich von Giese. Nachher ist noch das Feuerwerk, aber die Sonne macht müde, und morgen hat uns die Arbeit wieder, also schauen wir wohl nur aus dem Wohnzimmer.

Fazit: Wir wissen, wo wir nächstes Jahr (oder schon eher) wieder einkehren werden, dass die Baumblüte nicht so schlimm wie früher ist, was wir uns alles noch angucken wollen, dass guter Obstwein in Maßen genossen keinen Kopf macht und dass die Entscheidung, nach Werder zu ziehen, richtig war. :)

Eine Bildauswahl von Christian (leider hat WordPress die durcheinander geworfen):

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2 Replies

2 replies on “Baumblütenfest 2017”

  1. Sebastian sagt:

    Haha, das Gangsterrapperfoto von Christian mit dem Peacezeichen ist ja der Hammer. 😀

    Schöner Artikel und zeigt, das man auch durchaus seine Ruhe haben kann, wenn man die Baumblüte so angeht, wie sie gedacht ist. Meins war es bisher nicht, da mitten im Getümmel doch alles zu primitiv ausfallen kann. Da muss man wohl abseits unterwegs sein.

    Liebe Grüße
    Sebastian

    • Christian sagt:

      Ja, so sehen wir es halt auch. Die Nischen wollten entdeckt werden und der Pöbel – äh das Volk, nee die Masse, ach egal – läuft und säuft da vorbei. Stur zu bleiben kann so lohnenswert sein. Liebe Grüße, Christian

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