Anfangsbuchstaben A bis D – Essbare Wildpflanzen, Wildkräuter

Essbare Wildpflanzen, Wildkräuter

Anfangsbuchstaben A bis D

A

Ahorn
Nahrhafte, junge Blätter und am Stamm kann man die Ahornrinde melken, wie bei der Birke.

Apfelbaum
Bittere, nahrhafte und junge Blätter.

Adlerfarn
Man verwendet die stärkehaltigen Farnwurzeln im Winter, die volkstümlich getrocknet und gemahlen Verwendung finden. Farnwurzeln werden gereinigt, in Scheiben geschnitten und roh oder geröstet gegessen. Auch andere Farnarten sind nutzbar wie Rippen-, Königs-, Schild- und Tümpelfarn. Nicht in größeren Mengen verwenden.

Aster
Die Blüten sind essbar.

B

Barbarakraut
Im Frühjahr werden die jungen Blätter roh verwendet, im Winter als Gemüse.

Bärenklau
Im Frühjahr werden die jungen Blätter geerntet, solange sie noch zusammengefaltet sind und hellgrün glänzen. Im Frühsommer werden die Blattstängel gesammelt und roh verarbeitet. Später, im Sommer, werden die fleischigen Stengel abgeschnitten und vor dem Verzehr geschält, da sie dicht und rau behaart sind. Sie können nach wie vor roh verzehrt werden; die ausgewachsenen Blätter sollten besser gekocht gegessen werden. Die jungen Blütenknospen sind sehr zart und aromatisch im Geschmack. Im Herbst werden dann die Samen genutzt. Bärenklau ist blutdrucksenkend und verdaungsfördernd. Er wird auch Ginseng der Europäer genannt. Verwechslungsgefahr mit den giftigen Doldengewächsen (Schierling, Taumelkälberkopf, Hundspetersilie ) man unterscheidet ihn jedoch von den giftigen Doldenblüter aufgrund deren kleineren, feiner unterteilten bzw. stark gefiederten Blätter. Weiterhin kann man ihn mit dem Riesenbärenklau verwechseln, der sich jedoch aufgrund seiner imposanten Gare bemerkbar macht.

Immergrüne Bärentraube
Früchte.

Bärlauch
Junge Blätter, Blüten und Wurzel. Bärlauch ist in seiner anregenden, harntreibenden Wirkung dem Knoblauch sehr ähnlich. Er regt Magensäften an und hemmt Fäulnis – sowie Gärungsbakterien. Ein gemeinsames Merkmal aller Lauchgewächse ist ihr Gehalt an ätherischem, schwefelhaltigem Öl, dem eine anregenden, entgiftende und blutreinigende Wirkung nachkommt. Bärlauch hilft bei Blähungen, Durchfall, Stoffwechselstörung und Appetitlosigkeit. Bärlauch wird unwirksam bei Trocknen. Die kleinen länglichen Zwiebeln des Bärlauch können wie Knoblauch verwendet werden und werden im Herbst ausgegraben. Bärlauch kann man leicht mit der Herbstzeitlosen und dem Maiglöckchen verwechseln. Bärlauch hat aber im Gegensatz zum Maiglöckchen andere Blätter. Bei Bärlauch ist die Blattunterseite matt und das gesamte Blatt weich. Beim Maiglöckchen ist die Blattunterseite grün – glänzend und die Blätter fühlen sich fester an. Die Maiglöckchen – Blätter haben meist zu zweit einen gemeinsamen, runden Stengel, während das Bärlauchblatt einzeln grundständig an einem Stiel entspringt. Die Blätter der Herbstzeitlose laufen auf einen Stengel zusammen und sind somit im Gegensatz zum Bärlauch stiellos.

Das Saison-Kraut schmeckt am besten frisch zubereitet. 2-3 Tage (deutlich länger mit einem >>AHSG) kann man die druckempfindlichen Blätter aber auch im Kühlschrank lagern. Dazu den gewaschenen Bärlauch mit ein paar Tropfen Wasser in eine Plastiktüte legen. Die Tüte aufpusten,[nbsp] verschließen und ab ins Gemüsefach. Gefroren bleibt das Gewürzkraut länger haltbar. Einfach fein hacken, in Tiefkühlbeuteln portionieren und im Gefrierfach lagern. Leider verlieren die Blätter dadurch etwas an Aroma. Gut haltbar und unkompliziert sind Bärlauchpesto und Bärlauchbutter. Das Pesto einfach tiefkühlen oder in ein Einweckglas geben und mit einer Schicht Olivenöl bedecken. Reste der Butter lassen sich ebenfalls ohne Probleme einfrieren. Die meisten Inhalts- und Geschmackstoffe verliert das Kraut beim Trocknen. Verzichten Sie lieber auf diese Form des Haltbarmachens.
Verwendung in der Küche: Das beliebte Gewürzkraut ist vielfältig und begeistert auch herzhaft zubereitet als Bärlauchfrikadelle.[nbsp] Egal wofür Sie sich entscheiden, sowohl die zarten grünen Blätter als auch die kleine weiße Zwiebel finden in der Küche Verwendung. Die Zwiebel wird wie frischer Knoblauch eingesetzt. Die harten Stiele der Bärlauchblätter können zum Kochen entweder ganz entfernt oder sehr fein gehackt werden. Waschen Sie selbst gesammelte Blätter unbedingt vor der weiteren Verarbeitung.

Beifuß
Das Kraut wird hauptsächliche als Gewürz genutzt und enthält das ätherische Öl Cineol. Beifuss wirkt verdauungsfördernd, magenstärkend und hilft bei Blähungen. Man erntet die oberen Triebspitzen im Blütenknospenstadium.

Beinwell (Comfrey)
Die Sprossen kann man im Frühjahr, die jungen Blätter fast den ganzen Sommer durch ernten und roh oder wie Spinat gekocht essen. Die Zubereitung der Wurzel ist gleich wie bei der Kartoffel. Beinwell ist sehr proteinreich und in ihrem Nährwert mit tierischem Eiweiss vergleichbar. Beinwell enthält in den essbaren Blüten das für Vegetarier so wertvolle Vitamin B12. Des Weiteren enthält das Kraut wertvolle Pflanzenschleime, Gerbstoffe und Allantoin. Die enthaltenden Schleim- und Gerbstoffe machen Beinwell zu einem Heilmittel bei Magen- und Darmerkrankungen. Man kann Beinwellwurzeln auch pulverisieren und das Pulver formen zu Plättchen. Sie werden hart wie Holz und schon haben wir Kekse. Bevor sie hart werden kann man auch Beeren oder Öl dazu geben. Wer Lust auf Süßes hat, saugt die Blüten aus. Bei Verrenkungen, Zerringen, Prellungen und Knochenhaut – bzw. Sehnenscheidentzündung lindert Beinwell aus Umschlag. Verwechslungsgefahr mit dem Fingerhut, doch sind deren Blätter nicht so rau, sondern flaumig beharrt. Nicht in größeren Mengen verwenden.

Berberitze

Frostgereifte Früchte und Blätter.

Bibernelle
Junge Blätter, Stengel und Samen finden Verwendung. Bibernelle wirkt magenstärkend und hilft bei Entzündungen der oberen Atemwege.

Birke
Den Birkensaft gewinnt man durch Anzapfen der Stämme, am besten im Frühjahr. Eine Birke produziert etwa einen Becher Saft pro Tag: Rinde tief und senkrecht einschneiden, Becher darunter hängen. Nach Anzapfen der Bäume, immer die Wunde mit einem geschälten Ast schliessen. Das Anzapfen kann man jede zwei Jahre wiederholen, ohne das der Baum zu Schaden kommt. Das Birkewasser nie in einem Metallgefäss auffangen, der Saft sollte schnell verbraucht werden. Man kann im Frühjahr die Zweige kappen, um den Birkensaft fliessen zu lassen. Dieser Blutungssaft enthält im Frühjahr bis 2 % Traubenzucker sowie wertvolle Mineralien. Die hellgelbe Innenrinde, das sogenannte Kambium, schmeckt in Streifen geschnitten und gekocht, ähnlich wie Spagetti. Die innere Rindenstücke in einem Topf kochen bis die halbe Wassermenge verdampft ist und ein Brei entsteht. Kambium nutzt man am besten wenn im Frühjahr die Säfte in die Bäume steigen. Die Rinde von Bäumen nie rundherum ganz abschälen, da sonst der Nährstofftransport über das Kambium abgeschnitten ist und somit der Baum stirbt.
In Island verwendet man die getrockneten und zermahlenen Blätter der Birken zum Würzen als Salzersatz. Dieses Salz ist besonders bekömmlich, da es im Vergleich mit herkömmlichem Salz 60 % weniger Natriumchlorid enthält. Man kann des weiteren als Salzersatz die Blätter der Linden, Ulme, Ahorn, Pappel und Buche verwenden. Eine Delikatesse sind die jungen, nahrhaften Blätter roh. Aus den Birkenblättern wird ein harntreibender Tee zubereitet, der auch bei Nierensteinen hilft. Bei Birken sind oft Pilze in der Nähe, die eine einzigartige Symbiose der Natur widerspiegeln. Birke beinhaltet Saponine, ätherische Öle, Gerbstoffe, Harze, in der Rinde ein methylsalizylathaltiges Öl und Betulinsäure. Birke wirkt wassertreibend und unterstützt den Heilungsprozess bei Rheuma.)

Birnenbaum
Knospen

Gewöhnliches Bitterkraut
Das junge Kraut wird als Kochgemüse genutzt, es empfiehlt sich jedoch den Sud wegzuschütten.

Wiesen-Bocksbart (Blüten, die jungen Sprossen, die zuckerhaltigen Blätter und die inulinhaltigen Wurzeln, die wie Schwarzwurzeln zubereitet werden)

Bockshornklee
Die Blüten können ähnlich wie die beim Beinwell oder bei der Taubnessel ausgesaugt werden.

Borretsch
Blüten. Borretsch enthält entzündungshemmende Gerbstoffe, ihre Wirkung nutzt man bei Hautkrankheiten. Boretschtee wirkt blutreinigend und harntreibend, die Schleimstoffe lindern Husten und Bronchitis.

Braunelle
Junge Triebe, Blütentriebe und Blätter werden genutzt. Die Braunelle enthält Gerb- und Bitterstoffe, Fette, Harze und Öle, die sie als Heilpflanze bei Entzündungen im Mund und Rachenraum sowie zur Munddesinfektion prädestinieren. Der Tee aus den Blütenköpfchen wirkt nervenstärkend.

Brennessel
Die Samen schmecken wie Mandeln. Das Kraut am besten mit einem Handschutz pflücken und die feinen Härchen wegnehmen oder abbrühen. So kann man die Brennessel nicht nur als Spinat, sondern auch als Salatkost genießen. Brennesselblätter enthalten fast doppelt soviel Proteine wie die Sojabohne und in reichem Mass Spurenelemente, Vitamin A sowie wichtige Enzyme und Kieselsäure. Die Brennessel wirkt entgiftend und blutreinigend, aber auch harntreibend. Brennesselblätter lassen sich gut trocknen und bereichern als Pulver auch während des Winters unser Essen mit wichtigen Mineralstoffen.

Brombeere
Die Blätter können im Winter genutzt werden, die Früchte beinhalten viel Vitamin C und helfen gegen Heiserkeit. Als Gurgelmittel bei Bronchitis und Halsentzündungen. Der Blättertee hilft des Weiteren bei Grippe, Durchfall und Darmkatarrh. Bei Hautentzündungen hilft Brombeerblättertee als Umschlag.

Buche
Buchecker, am besten vorher die dünne Haut entfernen, junge Blätter und Rindenzubereitung siehe Birke. Bei den Bucheckern vor dem Verzehr die grüne Schale entfernen, die Buchecker enthalten Oxalsäure und Blausäure, deshalb nicht zu viele essen. Werden sie geröstet, entweicht die Säure und man kann grossen Mengen essen. Die Bucheckern können geschält, gemahlen und der Brei gepresst in eine Gaze gefüllt werden. Das so gewonnene Öl ist sehr schmackhaft, lange haltbar und enthält viel Eiweiss – 1 Kilo Bucheckern ergibt einen halben Liter.

D

Disteln
Disteln besitzen mehr Eiweiß als Soja und haben einen hohen Kalorienwert. Die Blätter von ihnen sind sehr gut nutzbar, die dicken und saftigen Wurzeln können gekocht gegessen werden und die nahrhaften Fruchtknoten schmecken nussähnlich.
Folgende Distelarten und Teile sind für die Wildküche sehr zu empfehlen:

  • Eseldistel (Wurzel, Blätter und die jungen Sprösslinge als Gemüse. Blütenköpfchen wird zubereitet und gegessen wie die Artischocke. Früher presste man aus den Früchten Öl. Die Wurzeln sind inulinhaltig.)
  • Golddistel (Blätter, Früchte und bekanntes Wurzelgemüse)
  • Nickende Distel (Blütenköpfchen wie Artischocke und die geschälten Stengelteile als Gemüse. Die Nickende Distel ist eine einjährige Pflanze.)
  • Kratzdistel (Die jungen Sprosse und die noch nicht aufgeblühten Köpfchen werden als Gemüse zubereitet. Bei der Alpenkratzdistel ist die Zubereitung als Wurzelgemüse volkstümlich bekannt. Kratzdistelarten sind meist einjährig.)
  • Kohldistel (Blütenköpfchen wie Artischocke und junge Blätter)

Dost (Oregano)
Schmackhafte Blätter, Blüten und Stengel. Dost enthält ätherische Öle, Harze und Gerbstoffe. Er wirkt schweiß- und harntreibend, magenwirksam und krampflösend. Dost hilft bei Blähungen und Durchfall, er desinfiziert den Verdauungstrakt.

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