Lavendel schützt nicht nur Rosen vor Blattläusen und Ameisen

- zuletzt geändert am 3.Mai 2016
Lavendel schützt nicht nur Rosen vor Blattläusen und Ameisen

Lavendel schützt nicht nur Rosen vor Blattläusen und Ameisen (Foto: Anja Gerber)

Rosen und Lavendel – fast schon ein Klischee. Eines das zeigt, wie der Mensch, hat er durch Beobachtung die Natur verstanden, ohne den Einsatz invasiver Mittel seine gärtnerischen Ziele verwirklichen kann. So nehme ich in diesem Artikel den „Rosen-Lavendel-Clan“ unter die Lupe. Weiter unten findest du Tipps zum „Bekämpfen“ von Blattläusen sowie Tipps und Tricks zur allgemeinen Stärkung von Pflanzen.

Ableitend von der weithin bekannten Tatsache, dass Lavendel, neben Rosen gepflanzt, diese vor Blattläusen schützen, habe ich unsere Beobachtungen im Garten in dieser Richtung „in Sachen Ameisen“ mal ausgewertet.

Ergebnis: Wo Lavendel steht, fehlen die sonst oft zahlreichen Ameisennester.

Warum ist das so?
Kurz gesagt, mögen Ameisen wie Blattläuse den Geruch des Lavendels nicht und suchen das Weite – wobei „Weite“ bitte in der Größenordnung der Krabbelfreunde zu verstehen ist. Auch wenn nur die Ameisen und nicht auch die Blattläuse durch den Lavendelgeruch verschwänden, würden durch nachrückende Fressfeinde der Blattläuse, welche vorher durch die Ameisen ferngehalten wurden, sich nun des reich gedeckten Tisches annehmen.

Rosen profitieren in leichten Böden doppelt durch den Lavendel, denn nicht nur die Blattläuse lassen sie in Ruhe, auch unterhöhlen die Ameisen mit ihren Nestern nicht mehr den Boden um den Wurzelstock.

Insofern wäre die oft gestellte Frage:

„Wie kann ich Ameisen ohne Chemie bekämpfen ?“

sehr schnell beantwortet. Wenn du den Geruch von Lavendel magst oder er dich zumindest nicht stört, genügen bei Magel an Platz für Pflanzen an Sitzplatz, Sandkasten und Terrasse ein paar Tropfen (natürliches?) Lavendelduftöl, das dürfte Ameisen wochenlang fernhalten. Vielleicht hilft es sogar, ein Stoffsäckchen mit Lavendelblüten an empfindlichen Obstgehölzen anzubringen. Und am Blumentopf vom Hibiskus wäre das auch eine gute Idee, dann wäre er im Herbst, wenn ich ihn wieder herein hole, zur Abwechslung mal blattlausfrei. Das werde ich probieren.

Übrigens, die naturgemäße Nutzung der Beziehungen zwischen verschiedenen Pflanzenarten (Allelopathie) führt neben den typischen Mischkulturen auch zu natürlichen Beeteinfassungen durch den Wermut. Denn dieser scheidet Stoffe aus seinen Wurzeln aus, die fast alle Pflanzen (Ausnahme: Johannisbeere) überhaupt nicht leiden können. So steht es zumindest in der Fachliteratur, eingesetzt haben wir den Wermut im Garten bisher nicht.

Was die Blattläuse betrifft…

Blattläuse im Garten schonend „bekämpfen“ –
was tun bei einer Blattlausplage ?

Zuerst ein Hinweis dazu, warum ich oftmals, wo ich doch so ein Naturfreund bin, Begriffe wie „Plage“ oder „bekämpfen“ in meine Titel einsetze. Als Webdesigner und mittelalter SEO-Hase weiß ich nun einmal, wie die meisten Menschen in Suchmaschinen suchen. Und da ich gerade jene Gartenfreunde, welche alternative Methoden noch nicht kennen, gern mit für sie neuen Möglichkeiten inspiriere, brauchen Seitentitel u.s.w. eben passende Suchbegriffe. So findet dann jemand auf der Suche nach „Ameisen bekämpfen“ auch meine Seite, wo ich alternative Methoden vorstelle. Brücken bauen – das ist es was ich so gern tue.

Auch wenn es dich vielleicht langweilt, es geht immer um das Ganze, nicht nur um die Rose oder den Apfelbaum. Blattläuse sind wie alle Lebewesen in ein komplexes, lebendiges Gefüge eingewoben und erfüllen wichtige Aufgaben in einer langen Kette von Wechselwirkungen. Bedenke stets: Wenn eine Pflanze ein Zuviel an bestimmten „Schädlingen“ aufweist, kommunizieren beide damit ein Ungleichgewicht. Die Blattläuse sind hierbei die sogenannten Anzeiger. Vielleicht fehlen der Pflanze bestimmte Nährstoffe, der Standort ist nicht ideal, der Boden nicht durchlässig genug oder die Pflanze wurde kürzlich verpflanzt und muss sich erst noch an den neuen Standort anpassen. Bei Sträuchern oder jungen Bäumen kann die Anpassung 2 Jahre dauern und in dieser Zeit braucht sie möglicherweise unsere vorübergehende Unterstützung – diese darf jedoch nicht zur Abhängigkeit führen, sonst wird die Pflanze niemals eigenständig.

Pflanzzeit  – schönste Zeit, aber bitte richtig!
Beim Setzen der Pflanze hilft es enorm, den Stress durch Beimischen von Wurmhumus und / oder biophonotisch aktivierendem Quarzmehl (s.u.) zu mindern. Wurzelnackte Pflanzen betrifft das besonders, da ihnen das vertraute, symbiotische Gefüge eines Erdballens mit eventuellen Förderpflanzen komplett fehlt. Dass die Mittagszeit bei praller Sonne an warmen Tagen weniger als Morgen oder Abend an feuchten, kühlen Tagen geeignet sind, sollte klar sein. Auch ist ein Blick in die Aussaatage sinnvoll, denn grob gesagt wachsen Pflanzen bei abnehmendem Mond besser als bei zunehmendem an. Oftmals hilft schon ein Mulchen und das Auslassen des Laubharkens, damit sich eine Humusschicht mit zahlreichem Bodenleben aufbaut, was der Pflanze richtig gut tut und sie nachhaltig stärkt. Auch die sofortige Einsaat von Förderpfanzen wie Klee kann entstressend und förderlich wirken.

Eine typische und wirklich effektive wie schnell wirksame Methode, Blattläuse von Pflanzen fernzuhalten, ist das Bespritzten mit verdünnter Brennnesseljauche. Dazu findest du hinreichende Ratgeber im Internet.

Wie oben angedeutet, tauchen Ameisen und Blattläuse meist gemeinsam auf, denn sie leben in enger Beziehung miteinander. Während die Ameisen die Blattläuse wegen deren süßen Honigtaus „melken“, schützen sie die vor Fraßfeinden wie Marienkäfer, deren Larven und Florfliegenlarven. Sind die Bedingungen für die Fraßfeinde besser, wird sich ein Gleichgewicht einstellen.

Ein Trick, den ich aus einem Permakulturbuch habe, ist folgender. Auf der Brennnessel lebt eine ganz bestimmte Art von Blattlaus, die nicht auf andere Pflanzen überspringt. Da die Brennnessel – übrigens als Heilkraut, Futterpflanze für Kleiner Fuchs und Tagpfauenenauge und wie angesprochen, für Jauche wertvoll – lange vor der Rosenblüte Blattmasse aufbaut, entwickelt sich auf dem Heilkraut, der Blattlauspopulation folgend, eine starke Fraßfeindpopulation aus Marienkäfern und Florliegen. Diese stehen dann, wenn die Rosen treiben und in die Blüte gehen, zahlreich bereit, um dort einem Explodieren der auf den Rosen lebenden Blattlausarten vorzubeugen. Du brauchst also nur ein paar Stengel der Brennnessel in der Nähe deines Rosenstrauches, den Rest erledigt die Natur. Na, ist das nicht genial einfach?! „Die Natur kapieren, dann kopieren“, wie Viktor Schauberger so treffend sagte, trifft halt immer wieder zu.

Natürlich ist es, ungeachtet der genannten Tipps, immer sinnvoll, dass potentiell anfällige Pflanzen gestärkt werden. Es gibt saisonbedingte Wetterbedingungen, umweltbedingte Schwankungen in der Populationsdichte von „Schädlingen“ und „Nützlingen“ und weitere Faktoren, die man nicht immer vorhersehen kann.

Allgemeine Stärkung der Pflanzen schützt vorbeugend vor Schädlingen

Neben bekannteren gärtnerischen Methoden wie

  • das konsequente Verzichten auf alle Arten chemischer Einsatzmittel, denn diese machen Pflanzen abhängig und schädigen Bodenleben und/oder vergiften Insekten und Singvögel,
  • das Pflanzen in Mischkultur (siehe wieder oben, Beispiel Rosen und Lavendel -> allelopathische Wirkungen,
  • die Förderung des Bodenlebens durch Mulchen -> Humusaufbau,
  • das direkte Einbringen von gereiftem Wurmhumus in die obere Bodenschicht,weiterhin weniger bekannte oder genutzte Methoden wie
  • das Benutzen von Bronze-, Messing- statt Stahlwerkzeugen (sprich: Kupfer statt Eisen),
  • das Schaffen von Kleinstbiotopen für Nützlinge z.B. durch Totholz-Haufen, wilde (nicht gemähte) Wildwiese, wilde Hecken und Sträucher, Gartenteiche, Rückhaltebecken und Senken und Aufschüttungen (sprich: kleine Hügellandschaft statt nur Ebene), Insektenhotels…,
  • die Beachtung von Mondphase und Planetenstellung (Aussaattage, Maria Thun) bei Aussaat, Schnitt, Ernte und Bodenbearbeitung,
  • die Förderung von Vogelbiotopen (z.B. Naturhecken) – nicht nur für den offensichtlichen Nutzen als Insektenfresser, sondern weil ihr Gesang den Pflanzen und dem Gärtner gut tut (und was gut tut, das stärkt),und der Einsatz energetischer (feinstofflicher) Methoden und Hilfsmittel wie
    • das Wissen um geomantische Bedingungen – Kraftplätze, Wasseradern, Gitternetz u.s.w. – linksdrehende und rechtsdrehende Energien, „Strahlensucher“ und Strahlenflüchter“ und damit das Wissen darüber, welche Pflanzen welche Plätze und Zonen besonders mögen oder nicht mögen,
    • die Anregung von Biophotonen – entweder mittels aktiviertem Gießwasser oder durch Einmischen spezieller, aktivierter Quarzmehle (>>Angebot),
    • das Besingen von Pflanzen,
    • das Meditieren mit ihnen (um zu erfragen was sie brauchen) oder
    • bestimmte Gebete.

Rosen und Lavendel – mehr als ein Klischee. Es zeigt das Wechselspiel in der Natur, auf materieller und immaterieller Ebene – ein Schauspiel der Naturgeister, welches uns zeigt, dass wir es nicht kompliziert machen müssen, um gärtnerische Freuden in Hochform an Effizienz erleben zu können. Es zeigt uns auch, dass Effizienz und Nachhaltigkeit sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern ganz im Gegenteil, sich einander bedingen. Und es zeigt uns auch, dass die Vielfalt im Miteinander – vielleicht nicht nur im Garten – als ganzheilicher Baustein für grundlegende, gesellschaftliche  Konzepte, mehr Platz in unserem Denken und Tun verdient.

Es gibt so viel von der Natur zu lernen, und oftmals gehen wir täglich an Orten vorbei, wo unsere Lehrmeister uns freudig erwarten.

Abschließend zitiere ich noch einen Satz aus „Der wilde Gärtner“:
Es ist nicht wichtig, was Sie aus Ihrem Garten machen.
Es ist wichtig, was Ihr Garten aus Ihnen macht.


Literatur:
Das große Handbuch Waldgarten von Patrick Whitefield
Pflanzendevas: Die geistig-seelischen Dimensionen der Pflanzen – von Wolf-Dieter Storl
Magic. Gärtnern mit der Kraft der vier Elemente – von Holler / Klimt
Mein Jahr im Garten: 100 wertvolle Tipps – Maria Thun




2 Replies

2 replies on “Lavendel schützt nicht nur Rosen vor Blattläusen und Ameisen”

  1. Daren Plata sagt:

    Guter Bericht. Danke dafür.

  2. […] auf Kreuzungen von Wasseradern und teilweise auch auf geologischen Verwerfungen. Nicht einmal der Geruch von Lavendel lässt sie abhalten, mitten in einem grossen Lavendelbusch in Schmiedrued einen Ameisenhügel zu […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *