Pfirsich und Kräuselkrankheit – was man tun kann

- zuletzt geändert am 27.April 2018
Kräuselkrankheit an Tellerpfirsich

Kräuselkrankheit an Tellerpfirsich

Pfirsiche, aber auch die mit ihnen verwandten Nektarinen sowie Aprikosen- und Mandelbäume werden oft durch den Pilz Taphrina deformans befallen, der die Bläschen- oder Kräuselkrankheit verursacht. Rötlich befallene Blätter mit Blasen und Verlust von Blättern und Früchten sowie Schwächung der Pflanze sind die Folge.

Hier eine kleine Liste von möglichen Maßnahmen, um die Kräuselkrankheit beim Pfirsich einzudämmen:

  • Die Pflanze grundsätzlich stärken:
    • passender Standort – Licht, Temperatur, Wind, Sonnenlauf, Wärmespeicher wie Feldsteine, geomantische Verhältnisse (Steinobst gilt meist als Strahlensucher)
    • Bodengesundheit fördern mit Tiefwurzlern (Lupine, Ölrettich, Löwenzahn u.a.) und allgemein durch Pflanzengemeinschaften vor allem durch Wildkräuter und Wildstauden
    • Bodengesundheit fördern mit Wurmkompost, Effektiven Mikroorganismen (EM)
    • Bodengesundheit fördern, indem das Laub im Herbst nicht weg geharkt, sondern unter dem Baum belassen wird; dies schützt den Boden vor starken Temperaturschwankungen und Austrocknung und bringt auf natürliche Weise Nährstoffe und Durchlüftung in den Boden
    • Baum energetisch stärken durch Energie, mit geeigneten energetischen Hilfsmitteln und der eigenen, liebevollen Zuwendung
    • Baum mit geeigneten homöopathischen Mitteln stärken
    • vor dem Aufgehen der Knospen den gesamten Baum mit verdünnter Schachtelhalm-Jauche bespritzen, stärkt die Zellenwände durch Kieselsäure und somit erhöht sich die Abwehrkraft
  • Den Pilz indirekt und indirekt bekämpfen:
    • konventionell: kupferhaltige Fungizide vor dem Aufgehen der Knospen spritzen
    • mit Schwefel spritzen
    • homöopathische Mittel wie Natrium Sulfuricum und Thuja anwenden, siehe Beitrag — Britta Maria vom Klangraum Freiamt hat damit gute Erfolg erzielt
    • homöopathische Nosoden selber herstellen – dazu kranke Blätter absammeln, veraschen und verdünnt mit Wasser an/auf Baum ausbringen (siehe Anleitung in Link unten und Blogbeitrag)
    • antimykotisch wirkende Pflanzen wie Knoblauch, Meerrettich und (Kapuziner-)Kresse direkt neben den Baum pflanzen / setzen, hierbei zeige sich insbesondere Knoblauch als wirksam – Tipp von gartenjournal.net
      (Kapuzinerkresse hält ab dem 2. Jahr auch Blattläuse ab, habe ich mal gelesen – aber so oder so sieht so eine Kresse unter dem Baum ausgebreitet einfach phantastisch aus).
      Meine Versuche laufen,
      mit Knoblauch läuft bei uns seit Herbst/Winter 2017/18 und mit Meerrettich ab März 2018. In dem hohen Gras hat Meerrettich sicher die beste Chance, ohne viel Pflege sich durchzusetzen. Einen weiteren Versuch wäre wilder Wiesenknoblauch wert.
    • dazu ergänzend gibt es noch die Klette, deren Wurzel laut zentrum-der-gesundheit.de ebenfalls pilzabtötend wirkt und in starkem Wildbewuchs vielleicht wie Meerettich gute bessere Chancen hat sich durchzusetzen

Ich selbst teste beim Tellerpfirsich seit Herbst 2016 homöopathische Mittel. Bisher ist der Erfolg zwar sichtbar, doch bescheiden. Da Anja und ich gern asiatisch kochen, ist die Idee, Knoblauch zu pflanzen, echt genial. Wir haben seit einigen Jahren unter harten Bedingungen in Sommer und Winter unseren einst in Phillipsthal gekauften Knoblauch weiter vermehrt und daher Reserven für einen Versuch.

Protokoll Start –>

2018
27.04. Das Absammeln nahezu aller befallenen Blätter im Vorjahr hat Effekt gezeigt: Alles sieht sehr gesund aus. Lediglch ein Sämling in der Hecke, wo ich nicht gut ran kam, hat etwas Befall.
Erhielt neulich den Tipp, befallene Bäume mit Brennesseljauche zu gießen, damit der Baum in kurzer Zeit alles abwirft und dann neu austreibt. Die Verdünnung der Jauche ist mir allerdings nicht klar – wie beim normalen Düngen von Gemüse oder stärker? Welcher arme Baum will jetzt Versuchssubjekt sein… also ich teste das nur, wenn es sein muss.

2017
Mitte Mai testete ich noch Sulfur C200 zur Zellreinigung, 2 Gaben mit 3 Tagen Abstand.
Und nun – es ist nun der 28. Mai – teste ich veraschte, kranke Blätter, die ich zu einer homöopathischen Nosode veredeln will. Mal sehen, was das so bringt. Bisher ist der Neuaustrieb recht bescheiden. Allein der aus einem Steckling vor 2,5 Jahren gezogene, wurzelechte Tellerpfirsich ist, obwohl vollkommen dem Wind ausgesetzt, am gesündesten. Das wirft für mich die Frage auf, ob die Veredlung generell sinnvoll ist.
Noch frühere Versuche mit energetischen Hilfsmitteln (AHSG, MSQ u.a.) wirkten bzw. wirken stärkend, doch bei feuchtkalter Witterung genügt das offenbar noch nicht bei unseren Pfirsichen, zumal wir in einer sehr windigen Ecke unseren Garten haben.

<– Protokoll Ende

Weiterhin gibt es gegen die Kräuselkrankheit tolerante Pfirsich-Sorten, zu denen denen der so leckere Tellerpfirsich leider nicht gehört:
Amsden
Roter Ellerstädter
Früher Alexander
Rekord von Alfter
Fidelia

Benedicte
Harrow Beauty
oder der beliebte Weinbergpfirsich.

Sämlinge
Aus Kernen gezogene Pfirsiche sind, wie wir selbst sehen, oft hervorragend an die Standortbedingungen angepasst und damit sehr widerstandsfähig. Leider weiß man bei Sämlingen nicht, was am Ende heraus kommt. Unser bisher bester Sämling vom Frühjahr 2012 wächst unglaublich schnell und brauchte keinerlei Pflege bis auf Rückschnitt für leichteres Ernten, ist nahezu resistent gegen die Kräuselkrankheit und bringt viele, leider recht kleine und nicht so süße Früchte hervor, etwa Mitte September. In bisher 3 Jahren mit Ertrag konnten wir nur im letzten Herbst viele reife Früchte ernten, vorher faulten Sie am Baum fast alle.

Stecklinge
Vom Tellerpfirsich machte ich Herbst 2014 einige Stecklinge, von denen der stärkste im Frühjahr 2016 sehr exponiert eingepflanzt wurde und Ende 2017 etwa 1,80m Höhe erreichte. Interessanterweise hat er, obwohl dem Wind mehr als sein Mutterbaum ausgesetzt, weniger Probleme mit Frost und Kräuselkrankheit und blühte 2017 Jahr erstmals. 2018 ist der erste Fruchtansatz zu erkennen.

Gutes Gärtnern! Und ich freue mich sehr, wenn du deine deine Erfahrungen ins Kommentarfelds schreibst.

Links:
Blog: Heilpflanzen bei Krankheiten an Obstbäumen
Homöopathische Nosoden selber herstellen auf eurofit23-wellness-shop.com/blog
Tipps gegen die Kräuselkrankheit auf mein-schoener-garten.de

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