Sibirischer Hauspaprika: Perfekte Chili für unsere Klimazone

- zuletzt geändert am 27.April 2017

In diesem Beitrag geht es um die Aussaat und Anzucht, Pflege, Ernte und weitere Tipps für die vielleicht beste Chili-Sorte für wilde Gärtner wie uns, den Sibirischen Hauspaprika.

Nun ja, ich blicke nach draußen und es sieht dröge aus. Die Freunde da oben geben sich wieder richtig Mühe und entsprechend hatte ich wieder Beratungstelefonate. Früher hatte durch Chemtrails Kopfschmerzen und Übelkeit, heute trage ich einen MSQ-Anhänger. Früher machte mich der Dreck und die Haarperei deprimiert bis wütend, heute bleibe ich im Urvertrauen. Zwar ist ein „blaues Loch“ bei so einer Suppe nicht zu erwarten, doch die Energie ist insgesamt sehr viel besser als einst. Also Kopf hoch, selbst wenn die Dreck werfen wie fleißigste Bienchen, die stechen sich am Ende nur selbst. Apropos Urvertrauen: Der neue Devara-Anhänger, den wir gerade testen, macht sich wunderbar, es ist ein prima Testtag. Wir sind beide noch gelassener und mit weniger Symptomen als mit dem ohnehin schon sehr guten MSQ-Anhänger (Bergkristall).

Sibirischer Hauspaprika im Garten (Foto: Anja)

…. Sibirischer Hauspaprika im Garten (Foto: Anja)

Aber jetzt kommen wir zu etwas völlig anderem. Nummer eins: Die Chili….

…oder genauer der Sibirische Hauspaprika (Capsicum annuum v.). Denn der hat uns es seit der ersten Aussaat 2015 angetan. Als echte Chili gehört sie für uns einfach in die Küche und damit in den Garten, auf Balkon oder Terrasse. In diesem speziellen Fall kommt die ganzjährige Fensterbank noch dazu.

Die Sorte stammt laut Rühlemanns aus Zentralsibirien (siehe Name) und wird dort auch auf dem Fensterbrett gezogen. Mangels Saatgutindustrie machen die Menschen es dort noch wie es sich gehört: Sie ziehen und vermehren alles selbst und geben die Sorten an Folgegenerationen weiter.
Auch ich sage ja zu Tradition im Saatgut, weshalb ich u.a. im Verein Arche Noah bin.

Aussaat und Anzucht
Die Aussaat kann das ganze Jahr über erfolgen, da die Überwinterung auf der Fensterbank möglich ist. Eine neue Generation für die Gartensaison wird ganz normal März bis April gesät. Als Substrat nehme ich eine Mischung aus Anzuchterde oder reifem Kompost und Gartenerde. Etwas Sand sollte dabei sein, das stärkt energetisch.
Kleiner Trick bei wolkigem und kühlem Wetter: Innerhalb der ersten Tage die Temperatur für ein paar Stunden per Heizung / Infrarotlicht am Tag auf 25-30°C bringen, das spornt die Keimung mächtig an. Danach geht es mit normaler Zimmertemperatur weiter. So habe ich auch bei Tomaten, Physalis, Kürbis und so weiter beste Erfolge, d.h. schnelle Keimung und hohe Keimrate.

Lichtkeimer?
Paprika und Chili keimen auf die Erde gedrückt (dann mit Folie luftdurchlässig abdecken) und auch ca.0,5-1cm in der Erde bei mir seit 12 Jahren problemlos.

Samen vorher einweichen?
War bei uns noch nie notwendig, aber manche Leute schwören darauf. Vor der Aussaat werden die Samen einige Stunden bis zu einem Tag in lauwarmes Wasser gelegt. Dabei saugen sich die Samen mit Wasser voll, was die Keimdauer verkürzt. Dabei werden sie schwerer. Wenn also später einige Samen ganz oben schwimmen und andere nicht, sind erstere tot und werden aussortiert. Diese einfache Auslese kannst du auch mit anderen Samen machen und lohnt vor allem bei schwer zu ziehenden Pflanzen, um wertvolle Plätze in Anzuchttöpfen nicht unnötig zu vergeuden.

Aussaat nach Maria Thun
Das haben wir mit Chilis noch nicht getestet, funktionierte mit anderen Pflanzen jedoch gut.

Sibirischer Hauspaprika am 19.09.2016 im Kastenbeet (Foto: Christian)

Sibirischer Hauspaprika am 19.09.2016 im Kastenbeet (Foto: Christian)

Sibirischer Hauspaprika – Pflege im Garten
Standort: Die Eigenschaft, mit der diese Sorte meine Zuneigung gewann, ist der geringe Anspruch an die Pflege: Halbschattig bis sonnig, aber keine bevorzugte Wärmelage notwendig. Exponierte Lage mit viel Wind ist kein Problem, dann muss natürlich mehr gewässert werden.
Gießen: Ein- bis zweimal die Woche gut wässern hat im Freiland bei uns meist genügt, bei heftiger Hitze besser einmal am Tag. Der Boden darf auch mal austrocknen, aber nicht zu lange.
Düngung: Der Boden darf gern reifen Kompost eingemischt enthalten, dabei jedoch nicht zu nährstoffreich sein; Paprika und Chili sind Mittelzehrer.  Alle 2-3 Wochen nur bei Bedarf sparsam mit Kräuterjauche (z.B. Brennnessel, Beinwell, Schachtelhalm, je nach Bedarf) nachdüngen. Ideal soll auch Jauche aus Tomatenblättern sein. Lieber erst bei erster Ernte nachdüngen, damit die Pflanze nicht zu sehr in den Blatttrieb geht. Du kannst auch reifen Kompost vorsichtig eingrubbern oder mit Wasser verrühren und dann die Mischung zum Wässern nehmen.

Mischkultur / Allelopathie
Als gute Nachbarn gelten Gurken, Kohl, Möhren, Tomaten
Als schlechte Nachbarn gelten: Erbsen, Fenchel, Rote Bete
Hinweis: Knollenfenchel und Sibirischer Hauspaprika standen bei uns schon im selben Beet, dicht nebeneinander. Irgendwie wussten beide nicht, welche Tabellen sie einzuhalten hatten und gediehen ganz prächtig. Es lohnt also immer, ein wenig zu experimentieren.

Schädlinge
Die Pflanze ist von Natur aus sehr robust und hat keine nennenswerten Probleme mit Insekten, vielleicht mal Blattläuse. Das hilft Abspritzen mit Wasser und im Garten kommen Florfliegen und Marienkäfer. Die Schnecken lassen den Sibirischen Hauspaprika bei uns schon immer in Ruhe. Tja, so scharfe Schnecken sind es also doch nicht. Pilze- und Mikrobenprobleme haben wir auch keine bemerkt.

Sibirischer Hauspaprika nach der Ernte im Dörrer (Foto: Anja)

Sibirischer Hauspaprika nach der Ernte im Dörrer (Foto: Anja)

Ernte
Die Ernte beginnt im August und geht bis in den Oktober, sogar nach erstem leichten Frost. Der Fruchtansatz ist früh und reichlich. Die erst grünen, später violetten und zuletzt roten Früchte sind länglich und wachsen aufrecht wie bei der Zierpaprika. Die ganze Pflanze wird aber wesentlich größer. Die Ernte fällt trotz der versetzten Reifezeit so reichlich aus, dass sich der Einsatz eines Dörrers schon bei 2-3 Pflanzen lohnt.

Ein Sibirischer Hauspaprika in der Erntezeit ist ein wunderbarer Anblick und versetzt Besucher stets in Staunen.

Schärfe: 7.

Geschenkidee (Samen): super

Überwinterung?
Ich zog einen Sibirischen Hauspaprika 2015 testweise im Dezember auf, und das bei den hierzulande miesen Lichtverhältnissen. Die Pflanze war nicht ganz so kräftig wie die neu gezogenen, warf aber immer noch eine gute Ernte ab. Die Pflanze habe ich dann letzten Winter im kühlen Treppenflur überwintert und sie treibt seit einigen Tagen neu aus. Bin mal gespannt, ob sie wieder Früchte bekommt.

Viel Erfolg!
Anja und Christian

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  1. […] Chili, die russische – nichts für Russophoben, gute Sorte, unsere Liebling, siehe Bericht […]

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