Im Garten ein Unterschlupf für Igel, Wiesel und Co.

- zuletzt geändert am 25.September 2016
Junger Igel, aufgenommen Mitte September in einem wilderen Teil unseres Gartens

Junger Igel, aufgenommen Mitte September in einem wilderen Teil unseres Gartens

Der Igel ist als Schnecken- und Insektenfresser im Garten äußerst nützlich, wichtiger Teil eines gesunden Biotops und … so schnutig. So vermissten wir ihn seit Anfang an und auch unsere Wildkameras nahmen ihn bisher nie auf. Doch neulich, bei einer Abendinspektion im hinteren, etwas wilderen Teils unseres Obstbaumgartens, direkt hinter einer Briana-Aprikose, saß überraschend ein Jungigel da. Was ich mich gefreut habe! Schnell bat ich den kleinen Freund um etwas Geduld und eilte nach vorn, das Handy holen und die Bilder sind in der Dämmerung nicht so scharf geworden, doch immerhin.

Gestern haben Anja und ich noch einen Unterschlupf und damit hoffentlich ein gutes Igelversteck für den Winter gebaut. Neben den verschiedenen Holzhaufen und Hecken wird dieses hier hoffentlich auch angenommen. In der alten Teichgrube, in der vor allem Bambus und Farne gedeihen, haben wir über Gestrüpp von alten Ästen und Zweigen einige Pfähle und Bretter gelegt, darüber dann ein Regendach aus einem Teil eines Welldachs vom alten Pavillon. Wir hoffen, es wird angenommen.

regensicheres Igel-Versteck in einer Grube

regensicheres Igel-Versteck in einer Grube

Verstecke für Wildtiere sind bei uns eine Selbstverständlichkeit und wo es nur geht, werden Heckenschnitt, Äste, Bretter, hier und da auch mal ein Meter altes Rohr (für Wiesel z.B. prima) und sonstiger „Unrat“ vor allem unter Bäumen und Hecken aufeinander gelegt und dann möglichst in Ruhe gelassen. Für die ganz Kleinen gibt es praktisch überall Insektenhotels aus alten Stengeln von Rainfarn und anderen Pflanzen, Gestrüpp und alten Poroton-Lochsteinen. Krötenverstecke sind in Gebüschen mit Laubhaufen, kleinen flachen Gruben und ähnlichen Plätzen auch nahe dem Teich reichlich vorhanden.

Versteckplatz für Tiere unter einer Eiche, mit Ästen, einem alten Rohrstück, Tarnnetzen und Weinbepflanzung

Unterschlupf für Tiere unter einer Eiche, mit Ästen, einem alten Rohrstück und Tarnnetzen

Versteckplatz für Wildtiere unter einer Eiche, mit alten Paletten, Zaunresten und Weinbepflanzung

Unterschlupf für Wildtiere unter einer Eiche, mit alten Paletten, Zaunresten und Weinbepflanzung

Die Artenvielfalt ist seit unserem Eintreffen 2009 Jahr um Jahr deutlich nach oben gegangen und seit dem Aufstellen der DEVARA ist es noch einmal spürbar besser geworden, auch und vor allem, was die Harmonie mit „Schädlingen“ wie Wühlmaus und Nacktschnecken angeht. Inzwischen geht uns eigentlich nichts mehr kaputt, außer durch menschliche Dämlichkeit. Die ist leider auch bei mir bisweilen nicht so endlich wie erhofft, doch ich bin immer besser darin, Mutter Natur und den Devas zu lauschen, auch VOR einem Anfall von gärtnerischem Gestaltungswahn. Ähm.

Also wenn du die Möglichkeit hast, lass den Tieren ihren Raum. Je weniger sie sich bedroht und eingeschränkt fühlen – auch unsere Gedanken sind ein Faktor! – , desto eher leben sie auch so, dass sie unsere Absichten respektieren und unsere lieben Pflanzen eher in Ruhe lassen. Vorausgesetzt, wir geizen nicht und lassen sie ihren Anteil bekommen. Was ich witzig finde und da bin ich gleich wieder bei der Wühlmaus: Seit ich alle Kastenbeete unten offen lasse und wir den pelzigen Wühlern signalisieren, dass sie ca. ein Zehntel unserer Ernte z.B. von Möhren und Kohlrabi haben dürfen, haben wir praktisch keine Fraßschäden mehr. Das war früher ganz anders. Unglaublich, aber bereits die 2. Saison nach Installation des Tierfriedens mittels der MSQ Devara ist das im Vergleich zu früher so harmonisch, bis auf Gestaltungsfehler unserseits. Da hatten wir beispielsweise 2015 einen Wurzelfraßschaden an einem Pfaffenhütchen-Strauch und wie wir dann mittels Kommunikation mit dem Deva der Wühlmaus lernten, hatten wir an der Stelle zu viel Sauerampfer weggenommen und auch noch vergessen, etwas Topinambur zu pflanzen. Beides hatten wir dann umgehend korrigiert und seitdem ist das Thema „Wühlmaus“ auch dort praktisch erledigt.

Fazit: Nicht die Natur macht Fehler, sondern wir Menschen. Das besagte Pfaffenhütchen steht übrigens voll erholt in einer Hecke in einem anderen Teil des Garten, während dieses Jahr an der alten Stelle – wohl durch einen per Spatenstich abgetrennten Wurzelteil – ein neues sprießt. Und keine uns unangenehme Aktion mehr vom Wühlmäuschen, das hat Ampfer und Topinambur und ist damit offenbar glücklich. Na dann, frohes Buddeln für Maus und Mensch :).

7 Replies

7 replies on “Im Garten ein Unterschlupf für Igel, Wiesel und Co.”

  1. […] Schließlich ist das Aufstellen eines Insektekhotels für bestimmte Wildbienenarten und zahlreiche andere Nützlinge hilfreich (>>Beitrag). […]

  2. +1 für den tollen Artikel!

  3. Ich erinnere mich jetzt leider nicht ehr an den Artikel :/
    Aber: Wenn du nen mac hast, lass doch mal INTEGRITY drüber laufen.

  4. Du hast übrigens auf deiner Seite einige 404 Fehler… Gruß, Alexander

    • Christian sagt:

      Hi Alexander, danke für den Hinweis. Die Fehler sind wohl hauptsächlich aus alten Links, die beim Umzug nicht erfasst wurden und htaccess-Einträge brauchen… sind wir Links aufgefallen, die ganz wichtig wären?

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